Hat man so eine Unverschämtheit je schon erlebt ?  

Der Konflikt zwischen den USA und den Staaten der EU um die Vormachtstellung in der Weltpolitik wird hauptsächlich auf dem Rücken des Irak, den ehemaligen Jugoslawischen-Staaten, der Türkei und Afghanistan ausgetragen. Während vor allem die Bundesrepublik, Frankreich, Italien und die skandinavischen Länder auf wirtschaftlicher Ebene ihren alten Patronaten, die USA, zusehend unter Druck gesetzt haben, versuchen sie nun im Alleingang ihre militärische Kraft, im Zeichen einer ‚europäischen Friedens-Mission‘, in Makedonien aufzuzeigen.

Dieses ist eine neuartige Entwicklung, der die USA nicht ohne weiteres zusehen wollte und scheint nun an dem Beispiel des Irak die eigene militärische Kraft aufzeigen und diese Länder warnen zu wollen, ohne die USA keine weiteren Alleingänge zu unternehmen. Sie versucht mit ihren neuesten Waffen zeigen zu wollen, daß sie immer noch die alleinige Weltmacht, sowohl militärisch als auch finanziell, ist und es keiner wagen sollte diesen Anspruch der USA in Frage zu stellen.

Des weiteren hat sich die USA zum einen wieder als Soldat der großen Öl -Konzerne gezeigt, zum anderen führt sich die USA als Hirte auf, der seine Schafe, wann immer er möchte, zum Schlachthof führt und wenn es ihm beliebt, sie mit Zucker versorgt. Auf diese Wiese will die Führung der USA zeigen, daß sie selbst die beste Hüterin dieser Region ist. Dieses ist eine Politik mit Zuckerbrot und Peitsche. Zudem scheint die USA auch Rußland und China warnen zu wollen, keine weiteren anti-kapitalistischen, d.h. anti-amerikanischen, Wege zu gehen. Dabei werden dieses Staaten schon längst von Marionetten der kapitalistischen Herrschaftsschichten regiert, so daß von diesen beiden Ländern keine ernsthaften Einsprüche gegen das Verhalten der USA oder anderer imperialistischen Länder zu erwarten ist.

Auch fällt England zur Zeit eine interessante Rolle zu. Während England zwar geographisch zu Europa gehört, agiert es gemeinsam mit den USA, da es vor allem Frankreich und Deutschland zeigen möchte, daß es immer noch zu den großen Mächten gehört. Schon seit dem ersten Weltkrieg hat sich England nicht mehr von der Seite der USA gewandt, mit dieser in der Weltpolitik oftmals einen gemeinsamen Block gebildet. Oftmals auch zum Unbehagen ihrer kontinentalen ,Freunde‘. Nicht zuletzt deshalb betreiben Frankreich und Deutschland schon seit vierzig Jahren eine Vereinheitlichung ihrer Märkte, gemeinsame Stärkung der wirtschaftlichen und militärischen Kräfte. Auf diesem Weg haben diese beiden Staaten es geschafft gemeinsam eine neue Supermacht zu werden, die es sich aber noch nicht traut, sich vom alten Patronaten, also von der USA, abzuwenden. Von Zeit zu Zeit jedoch läßt dies Bündnis die eigene Stärke aufblitzen.

Auf diesem Hintergrund ist zu verstehen, daß die amerikanisch- englische ,Weltpolizei‘ im Irak nicht als Anwalt der Menschenrechte und des Völkerrechts auftritt, sondern als Anwalt der eigenen wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen. Was anderes anzunehmen ist geradezu lachhaft. Für ihre eigenen Interessen nehmen sie bewußt Verluste in der unschuldigen Bevölkerung in Kauf. Wer dieses Vorgehen unterstützt, befürwortet, begrüßt oder einfach nur hinnimmt, macht sich vor der Geschichtsschreibung mitschuldig.

Auch wenn Sadam ein verbrecherischer Teufel, der zudem noch chemische Waffen besitzt, seien sollte, gibt dieses keiner Macht das Recht ein gesamtes Volk leiden, hungern und zerbomben zu lassen. Wenn das besitzen  chemischer Waffen ein Verbrechen sein sollte (was es meiner Meinung nach ist), begehen die G7-Staaten doch wohl das viel größere Verbrechen, in dem sie diese Waffen an andere Verkaufen und immer neue, modernere Massenvernichtungswaffen produzieren. So müßten doch erst einmal die Führer dieser Länder zur Verantwortung gezogen werden, die in diesen Ländern vorhandenen Waffen vernichtet werden.

Folglich ist es doch schon geradezu sarkastisch, ja fast schuldhaft, diese Großmächte als ,Beschützer des Weltfriedens‘ zu sehen. Seit dem Golfkrieg

verhindern die Westmächte das friedliche zusammenleben der Völker des mittleren Ostens und nutzen sie sogar gegeneinander aus.  Während seit dem Golfkrieg die Großmächte immer Reicher wurden, stürzten sich diese Länder von einem Blutbad ins nächste. Auch mit der Türkei geht es seitdem stetig bergab, das Land ist, seit dem Chaos im mittleren Osten, in die Fänge der Mafia geraten.

Wer heute noch die Bombardierung Iraks durch die USA und England begrüßt, sollte bedenken, daß er der nächste sein kann. In Falle der Türkei wurde der Boden für ein entsprechendes Ereignis schon bereitet. Könnten die Zypern-Frage, die Armenier-Probleme und nicht zuletzt die Kurden-Frage nicht auch  Gründe werden, Opfer der Bomben zu werden ? Mit der Begrüßung der Bombardierung Iraks oder mit der Stillschweigenden Hinname dieses Vorfalles hat die Türkei fast schon eine Einladung für entsprechende Ereignisse im eigenen Land geschrieben. Nur um jetzt den USA und England ,Liebkind‘ zu sein, für ein paar Dollar Hilfe und Unterstützung durch westliche Geheim-dienste, ist das Begrüßen der Bombardierung eines Nachbarn ein sehr großer Fehler. So eine Blindheit, ja Unverschämtheit, ist in der Geschichte wohl nur selten gesehen worden. Nicht nur das dieses Verhalten der türkischen Regierung eine Unverschämtheit darstellt, ist sie zugleich ein Einladung mit dem eigenen Volk ähnlich zu verfahren.

Leider verweilen nicht nur in der Türkei, sondern auch in den anderen Staaten des mittleren Ostens die Regierungen in diesem Zustand. Während das Nachbarland Irak von den USA, einem Land in der anderen Ecke der Welt, bombardiert wird, sagt der türkische Staatspräsident, daß Saddam die Wünsche der Amerikaner und Engländer besser erfüllen sollte. So eine Aussage sollte dem türkischen Präsidenten jedoch selbst peinlich sein. Leider bedeuten solche Aussagen der hohen Herren in der türkischen Regierung nicht nur, daß sie die Angreifer in übermäßigen Schutz nehmen, sondern stellt auch schon fast eine Forderung an die Regierungen des mittleren Ostens da, vor den Imperialisten auf die Knie zu gehen.

Dabei sollten gerade in dieser Zeit nicht die imperialistischen Mächte, sondern die Völker des mittleren Ostens, der Frieden, der Versöhnungs-Prozeß unterstützt werden. Gegen die imperialistischen Mächte, sollten die Völker gemeinsam freiheitlich die eigenen Kulturen, Länder schützen, eine Plattform der Freundschaft und des Friedens entwickeln.

Aber nicht nur die arabischen Völker, die Kurden, Armenier und Türken sollten sich gegen diesen Krieg stellen, sondern weltweit sollten alle Menschen gegen diesen Krieg protestieren. Alles gegen die Angriffe Englands und der USA zu unternehmen ist das Gebot der Stunde. Alle unterdrückten Völker sollten sich für eine gerechtere Welt vereinen.