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Die
Wichtigkeit der Kultur und Kulturbotschafter für
die Kultur
Vor
einigen Tagen nahmen in Duisburg die
Kultusministerin Frau Ilse Brusis, Prof. Dr. D. Thränhard,
Renan Demirekan, Sükriye Dönmez, Muhsin Omarca,
Orkun Ertener als Redner
und Kadir Sözen
gemeinsam mit Asli Sevindim als
Moderatoren an einer Veranstaltung
teil, die zum Thema hatte,
wie die verschiedenen in
Deutschland exestierenden
Kulturen verbunden werden könnten und zwar
ohne die
verschiedenen Identitäten
der Kulturen aufzugeben, um aber dennoch ein
gemeinsames
Ganzes zu bilden.
Frau
Ilse Brusis stellte in ihrer Rede heraus, daß
solche Veranstaltungen wichtig sind, um die Menschen
der verschiedenen Kulturen einander näherzubringen,
daß gerade den Künstlern in
dieser Hinsicht eine große
Aufgabe zufällt.
In
der Geschichte hat es sich gezeigt, daß Nationen,
so Reich sie auch sein, die keinen Schwerpunkt
auf die
Erweiterung ihrer Kultur legen, sich schließlich
schweren kulturellen und
damit auch gesamt-nationalen Krisen
gegenüber
sehen. Meiner Meinung nach, ist dieses Phänomen
auch in den Ländern Türkei und Deutschland
zu
erkennen. Der aufkommende Terror
und die Fremdenfeindlichkeit wird besonders durch
die sog.
‚Kulturlosigkeit‘ der Bevölkerung
begünstigt. Leider konnten die Meisten der an
dieser Veranstaltung
teilnehmenden
Personen (mit der herausragenden Ausnahme Prof. Dr.
Thränhard) keine
begründeten
Aussagen zu der Fragestellung der Diskussionsrunde
machen, da sie sich scheinbar
nicht mit den
folgenden wichtigen Fragen beschäftigt
hatten :
Was
wird unter Kultur allgemein überhaupt verstanden?
In welcher Form hat sich die Kultur der
Einwanderer in
den letzten 40 Jahren verändert?
Wie
groß war der Einfluß der Migranten auf
die Kultur der Einheimischen, wie sehr hat sich die
kulturelle
Lebensform der Deutschen auf
die ihrer eingewanderten Mitbürger übertragen? Was
war überhaupt die kulturelle
Herkunft der
Migranten und wie ist ihre Sicht zu diesen Fragen?
Kann die Kultur die die heutige
junge Generation
genießt überhaupt der
Einen oder der Anderen Kultur zugeschrieben werden?
Und
wie haben sich besonders die Medien auf die
verschiedenen Kulturen ausgewirkt, wo gab es
hier positive,
wo negative Einflüsse?
Wie sieht die
kulturelle Erziehung in der Schule, in den Vereinen
aus?
Wenn
in der Veranstaltung diese Fragen erörtert worden wären,
wären alle Teilnehmer mit neuen Erkenntnissen
nach
Hause gefahren, jedoch waren die Podiumsteilnehmer
die falschen Teilnehmer für
diese Fragen. Unbestritten
sind sie alle
hervorragende Künstler, die sich auch um die
kulturelle Entwicklug bemühen. Um jedoch diese
komplexen Fragestellungen zu erörtern, hätten
statt diesen großartigen Autoren eher Soziologen
eingeladen werden
sollen,
da
nur Soziologen, die sich mit den Einflüssen der
verschieden Kulturen untereinander beschäftigen,
erfassen können, inwieweit sich die Kultur der
Migranten, unter diesen vor
allem die bevölkerungs
stärkste, die türkische Kultur, in Bereichen der
Lyrik, der Kunst, des Kinos, der Musik
und den
anderen kulturellen Berichen entwickelt hat. Hierzu
sind breite Kentnisse über die Geschichte der
deutschen und der türkischen Literatur und Kunst
Geschichte erforderlich, aber auch vor allem über
die kultuellen
Erzeugnisse der Einwanderer in ihrer
neuen Heimat.
Wenn aber Peronen zu solchen
Veranstaltungen eingeladen werden, die in diesen
Fragen nicht genaue Analysen
angeben können, haben
solche Veranstaltungen nur einen geringen Sinn.
Vielmehr wäre es eine Bereicherung für
derartige
Veranstaltungen, wenn die jungen, türkisch-stämmigen
Künstler gemeinsam mit den Experten an solchen
Veranstaltungen teilnehmen würden.
Man sollte von
diesen jungen Menschen auch keine genauen Angaben über
die sozio-kulturelle Entwicklung der
Migranten
erwarten und sie somit in Erklärungsschwierigkeiten
bringen, während in Deutschland Künstler wie
Fakir
Baykurt, Mehmet Bayrak, Mevlüt Asar, Adnan Binyazar,
Ömer Polat, Yücel Feyzioglu, Necati Mert u.v.a.
leben,
die gemeinsam mit diesen jungen Künstlern
viel wertvollere Aussagen hätten treffen können.
Ich
selber beschäftige mich seit über dreißig Jahren
mit diesem Thema, habe eine Anthologie mit zehn
Bändern zu
diesem Thema verfasst, halte meine
Erkentnisse dennoch nicht für volkommen
ausreichend. Positiv anzumerken ist
natürlich, daß
die jungen Künstler ein sehr hohen Engagement n
diesen Fragen zeigen, sollte dieses Engagement
jedoch in falsche Richtungen gelenkt werden, so
schaden sie nicht nur ihrem eigenen Ansehem sondern
auch ihrer
wahren Aussageabsicht.
Meiner
Meinung nach, hat das NRW-Kultusministerium in
letzter Zeit zwar einen wertvollen Schritt getan,
doch
sollten die ausländischen Künstler, die ausländischen
Lehrer, nicht sich selbst in den Vordergrund
stellen, sondern
die kulturelle Arbeit der Migranten.
Sie sollten aufzeigen, daß die Eiwanderer nicht nur
Geld und Arbeitskraft,
sondern auch eine eigene
Kultur mit in dieses Land gebracht haben.
Dennoch
sind solche Veranstaltungen sehr wichtig. Falls bei
der jungen Generation auf diese Weise Interesse an
den
fremden Kulturen geweckt werden könnte, würde
ein neues gemeinsames Kultur-Mosaik entstehen können,
es würde
vielleicht sogar ein Kultur-Band zwischen
der türkischen und der deutschen Bevölkerung
entstehen können. Einer der
Gründe warum die Türkei
nicht weiter in
die Europäische Vereinigung integriert wird, ist
sicherlich nicht zuletzt, daß
die Türkei es nicht
geschafft hat, ihre breite Kultur in Europa und auch
in Deutschland bekannt zu machen.
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