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LITERATURABEND: DAS WORT ALS WAFFE GEGEN DEN KRIEG

 

Remscheid. „Es ist die Aufgabe des Dichters, sich gegen den Krieg zu stellen“, erklärte 

Demirel Molla während des dritten internationalen Remscheider Literaturabends. „Denn die 

Heimat des Dichters ist die Welt, große Dichter sind immer Weltbürger“. Zum diesjährigen 

Literaturabend hatte Zdravko Luburic vier deutsche und vier ausländische Literaten 

eingeladen, die ihre Gedichte beziehungsweise Geschichten vorlasen. Musikalisch umrahmt 

wurde der Abend von Petra Rützenhoff, die am Klavier Stücke von Chopin, Grieg, Schubert 

und Prokokjev spielte. Sehr unterschiedlich war bei den Autoren die Themenauswahl; während 

die kroatischen und türkischen Autoren über Krieg, Gewalt und Unfreiheit schrieben, waren 

die Themen der deutschen Dichter eher die Natur und das eigene Leben. Einzig Dorothea 

Müller aus Wuppertal beschäftigte sich in ihren Versen mit der zunehmenden Gewalt gegen 

Ausländer, so etwa in dem Gedicht „Im Traum habe ich...“, in dem es hieß: „Was nützt es, 

dieselbe Sprache zu sprechen, in dem Land der Trauben.“ Demirel Molla, Zorn Salinovic und 

Zdravko Luburic lasen ihre Verse auf kroatisch beziehungsweise türkisch, die dann von ihren Übersetzerinnen auf deutsch gelesen wurden. Dabei bekamen die Zuhörer einen guten Eindruck, 

wie Gedichte in einer völlig fremden Sprache klingen, auch wenn man den Inhalt nicht verstand, 

konnte man doch die Melodie des Gedichtes in der ursprünglichen Sprache besser erkennen. 

Alle beschäftigten sich in ihren Versen mit der Situation in ihren Heimatländern und auch mit der 

Angst, die sie bei ihrem Leben in Deutschland ständig begleitet.

Die Remscheiderin Ursula Heil dagegen beschrieb in den vier vorgetragenen Gedichten ihren 

Garten und Balkon; phrasenhaft und stereotyp wurde immer wieder die Schönheit des Gartens 

besungen. Auch Heike Hoppes Geschichten „Der letzte Wolf“, eine Erzählung über einen 

kanadischen Trapper, fiel thematisch aus dem politischen Rahmen. Aber gerade diese Vielfalt 

in Qualität und Form macht einen solchen Abend interessant.

 

Bergische Zeitung vom 29.10.1994  

 

 

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                                                                                                 E.mail: MollaDemirel@gmx.de 

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