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DER DICHTER, DER AUS DER
FERNE KAM – MOLLA DEMIREL
Traurig
ist er, oft rebellisch auch, wenn er in den Morgen blickt. Dann
mischt er sich
in
das anfanglose Durcheinander, das entlose Abenteuer des Menschen
ein, sitzt im
Zug
der ungeheuer großen, vielfältigen Masse und versucht, sie in
die Richtung des
Schönen
zu lenken. Doch nicht ihm folgt dieser Zug, sondern den Gestrigen
der Macht.
Gerade
davor warnt Molla Demirel, wenn er, wie fast in allen seinen
Versen, spricht:
"Wenn er nicht
die Sonne
den Mond
Und die Erde
Wie er möchte,
erforschen kann
Dann ist es
wie eine Gefangenschaft."
Mit
"Dünyam Iki Degirmentasi / Zwischen den Mühlsteinen",
seinem ersten
Gedichtband
von 1987, versucht Molla Demirel, die geteilten Wege der Menschen
zu
verbinden, in der Fremde in Deutschland und wiederum in
Deutschland zu Hause,
wo
er sich seit 1972 ,seit seinem 24 Lebensjahr auf hält. Traurig
ist er in jeder Zeile
auf
jeder Seite.
Traurig.
Vielleicht deswegen, weil er einem unausgesprochenen Auftrag Folge
zu leisten
hat,
Dichter der "Fremde" zu sein.
Wurde
die Erde wider die Natur nicht in die Länder geteilt? Sicher hat
eine bestimmte
Blume
eines bestimmten Ortes einen besonderen Platz im Gedächtnis eines
Menschen.
Sind
die Blumen aber nicht überall gleich? Ist die Erde nicht überall
von gleicher Schönheit?
In
welcher menschlichen Natur stehen die Gesetze des Patriotismus
geschrieben?
Besonders
in seinem zuweiten Gedichtband "Bir Uzak Yerden
Geldim / Von einem
weiten
Ort kam ich" (Memleket Yayinlari, Ankara 1989) hebt sich
diese Tendenz hervor:
Einsamkeit,
Trauer und Mühsal der Fremde; Heimweh und Sehnsucht nach dem
Vergangenen.
Doch Molla Demirel versucht, gegen diese Strömung zu schwimmen:
"Wie merkwürdig bist du
Wie gleichgültig, die Welt
Keiner will auf dich Acht geben."
So
schaut er in "DÜNYA" auf die Welt, in der das Unrecht
in vielfältiger Erscheinung
seine
Herrschaft fortsetzt.
"Wie du auch, Welt
Das Unrecht auf dich
Nehmen kannst
Aber ich werde
Eines Tages lernen
Mich gegen diese Entwicklung
zu stellen:"
Die
Brücke Nr. 56 von September 1990
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Zürück <---------------------------
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