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GEDICHTEN
AUF DEN GRUND GEGANGEN
Elfte
Jahrgangsstufe des Hittorf-Gymnasiums fragte sich „warum
wir lesen“
Münster.
Deutsche Schüler lesen zu wenig, ergab erst diese Woche die
Bildungsstudie PISA.
Woran
liegt das?
Haben sie keine Lust, etwas Besseres vor oder
wissen sie nicht, was Literatur
einem geben kann?
Ein
Grundkurs der elften Jahrgangsstufe des
Wilhelm-Hittorf-Gymnasiums durfte jetzt Lyrik
hautnah
erleben. Der türkische Dichter Molla Demirel las gemeinsam
mit den Schülern seine
Gedichte
und berichtete über seine Empfindungen beim Schreiben.
„Warum
wir lesen“ war das Thema mit dem sich der Kurz, geleitet
von Lehrerin Ursula
Müller-Innig,
zur Zeit im Deutschunterricht beschäftigt. Lehrerin Müller-Innig
hatte ihre Schüler
vorher
gebeten, Bücher mitzubringen und sie vorzustellen.
„Die
gefielen mir nicht so gut“, sagt sie und dachte sich, ihre
Elftklässler sollten durchaus auch
mal
was anderes und Anspruchsvolleres kennenlernen. Da traf es
sich gut, dass Schülerin
Gülfidan
Iyibas einen guten Kontakt zu Demirel hat, und schon lud der
Kurs den münsterschen
Dichter
ein.
Molla
Demirel schreibt türkische Gedichte, die in seinen Büchern
ins Deutsche übersetzt werden
„Ich
schreibe über das, was ich sehe und was mich stört“, erläuterte
er den 16 Schülern. Meist
geht
es bei ihm um Liebe und Frieden. Hoffnung wolle er mit
seiner Lyrik geben, sagt Demirel.
Die
Schüler bezog er voll mit ein. In den Unterrichtsstunden
vorher gut vorbereitet, konnten sie
sich
Gedichte aussuchen und diese dem Kurz vorlesen. Es
entwickelte sich ein lebhafter Dialog
von
Autor, Lehrerin und Schülern. Die wollten wissen, ob bei
den Übersetzungen ins Deutsche
nicht
viel an Inhalt verloren geht. Oder warum seine Gedichte so
sachlich wirken, das kenne man beispielsweise von Goethe und
Schiller doch viel ausgeschmückter und metaphorischer.
Lehrerin
Ursula Müller-Innig hofft, dass einige ihrer Schüler
selber anfangen, mehr zu lesen oder
sogar
zu schreiben. Damit können sie gleich anfangen. Denn zum
Schluß durfte Molla Demirel
noch
eine Hausaufgabe verteilen. Einen Text sollen die Schüler
über Liebe und Frieden schreiben.
Das
fanden die dann nicht so gut, dabei dürfte den 17- und 18-Jährigen
doch gerade zu Liebe
einiges
einfallen...
Münsterische
Zeitung vom 15.12.2001
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