Startseite / Anasayfa            Künstlerhaus-Göynük     Künstlerhoff  Adresan  

    Artikel

                   Biografie   Gedichte    Erzählungen          Artikel                   Bilder       

                     Yaşam     Şiirler         Öyküler          Makele / deneme    Resim /Fotoğraflar

 Deutsch        Türkisch      

 

 

Inhaltsangabe:   

 

 

Doppelbürgerschaft- ein Gewinn...

Sprache und Integration 

Die Wichtigkeit der Kultur

Wir brauchen alle Toleranz

Unverschämtheit

Antikrieger

Kohl Ruiniert Sie!

Was geschieht nach den Wahlen 

Nazim Hikmet Imdat Ulusoy

Welchen Vorteilen haben Wir?

Furcht vor Nazim Hikmet 

Brief an Bundespräsident J. Rau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt

Gastbuch

 

 

 Wir brauchen alle Toleranz

 

wir haben das Weihnachtsfest und Sylvester hinter uns gelassen. Bald erleben wir das Ramazan-Fest und danach Opfer-Fest. Wir wünschen allen Menschen alles Gute, und daß auch in diesen Festtagen alle Menschen keinen Unterschied zwischen den Kulturen, Konfessionen und Hautfarben machen. Wir, die wir aus der Türkei gekommen sind,  wir wissen, daß auch heute noch in der Türkei und in den umgebenden Ländern Chaos herrscht und Krieg geführt wird. Die großen Waffenlieferanten haben ihre Hände nicht aus der ehemaligen Sowjetunion, aus dem Irak, aus Jugoslawien und vom Balkan und den Ländern des Nahen Ostens zurückgenommen. Der Krieg in Jugoslawien kann auch noch in alle anderen Balkan-Staaten überspringen. Diese Angst herrscht noch in uns. In der Türkei herrscht heute noch eine Art von  Anarchie gestütst durch Unmoral, Korruption und politische Unterdrückung.

In diesem neuen Jahr können wir auch nicht von den europäischen Ländern viel Gutes sagen, wir, die in diesen Ländern leben. Durch die Auflösung der Sowjetunion hat sich das soziale System in unseren europäischen Ländern verändert. Es besteht kein konkretes politisches Gegenüber mehr. Aus diesem Grund werden die hiesigen sozialen Leistungen für die Bevölkerung beschnitten. Wenn gestern 5 Personen eine Arbeit geleistet haben, müssen heute 3 Personen die gleiche Arbeit tun. Von einigen Gruppen wird der Bevölkerung erzählt, daß durch den Zuzug von ausländischen Mitbürgern die hiesige Arbeitslosigkeit stark vergrößert wird. Diese Aussagen verstärken die nationalistischen Ideen, besonders unter den Jugendlichen. Die Leittragenden dieser nationalistischen Ideen sind in erster Linie die ausländischen Mitbürger. Alleine die 2 Mio. Menschen aus der Türkei, die unter die Deutsches volks leben, haben heute Angst, alleine auf die Straße zu gehen, weil sie nationalistische Übergriffe befürchten. Sie werden beleidigt und angegriffen und sind die ersten, die ihren Arbeitsplatz verlieren.

Die Regierung redet über Menschenrechte. Seit 35 Jahren leben ausländische Mitbürger unter uns, die 4. Generation ist hier geboren und trotzdem werden sie immer noch als Ausländer angesehen. Sie sind zwar an die gleichen Pflichten gebunden wie ihre deutschen Mitbürger, Ihnen stehen jedoch immer noch nicht die gleichen Rechte zu. Die Verantwortung im Umgang miteinander kann nicht nur auf die jeweilige Regierung abgewälzt werden. Jeder Bürger sollte sich fragen, was er für die Gesalschaft gemacht hat.

Wenn in ein Land Chaos herrscht, dann sollte jeder Bürger sich selbst fragen: „Was habe ich gegen dieses Chaos unternommen?“ Die Verantwortung im Umgang miteinander kann nicht nur auf die jeweilige Regierung abgewälzt werden.

Ein Beispiel: An einem Tag geht eine Person zu einem Bektaschie und fragt: „Warum hat Gott unsere Welt mit Bergen und Tälern, Meeren und Wüsten erschaffen?“ Der Bektaschie nimmt einen Schluck Wein und antwortet: „Gott hat die Welt in 6 Tagen so erschaffen! Seit vielen millionen Jahren leben Menschen auf dieser Erde. Was haben sie in dieser langen Zeit verbessert?“ Diese Antwort des Bektaschie kann uns eine Perspektive bieten. Natürlich können wir die Welt nicht in eine ebene Fläche wie einen Teller verändern.

Wenn wir aber wirklich den Frieden wollen und mit den Menschen in Freundschaft leben, könnten wir einen Weg finden.

Warum können wir gemeinsam unsere kulturellen Feste feiern und eine gute nachbarschaftliche Beziehung untereinander nicht aufbauen. Wir können verschiedenen Lebenssituationen Toleranz entgegen bringen.  Arbeitslosigkeit, Fehler in der Erziehung, Sprachlosigkeit ist auf den Mangel an Toleranz zurückzuführen.

Auch die Minderheiten reagieren empfindlich, auf Druck von außen. Sie sollen nicht alleine nur auf ihre Probleme schauen, sondern auch sehen, daß diese Probleme fast alle Gesellschafts schichten betreffen.

Menschen, muslimischen Glaubens, die wirklich in dieser Gesellschaft miteinander in Frieden leben und eine gemeinsame gute Zukunft aufbauen wollen, die sollen ihre Frauen und Kinder nicht von dieser Gesellschaft fernhalten.

Der islamische Philosoph Hachi Bektaschie Veli hat Mitte des 16. Jahrhunderts auf seine Haustür geschrieben: „Wenn ein Volk seinen Frauen keine Bildung ermöglicht,  wird das ganze Volk immer Sklaven anderer Völker bleiben.“ Der Prophet Mohammed sagt: „Wenn in China Wissenschaften gelehrt werden, sollt ihr hingehen, um zu lernen!“  Der Schwiegersohn Mohammeds, Ali , sagte: „Wer mir auch nur ein Wort beigebracht hat,  dem bin ich 40 Jahre lang dankbar dafür.“ Leider nehmen sich einige Menschen diese Worte nicht zu Herzen. Sie lassen ihre Frauen in Unkenntnis. Es ist besser, darüber nachzudenken, was die Weisen gesagt haben.

Es gibt nur den einzigen Ausweg aus dieser jetzigen Situation, indem wir unserer nächsten Generation eine gute Ausbildung zuteil werden lassen. Dieser Weg kann uns helfen, die Ängste, die Arbeitslosigkeit  und alle anderen Unannehmlichkeiten mindestens teilweise zu überwinden.

Wir sollten eine neue Generation erreichen in der man Menschen achtet, und mit liebe überzeugt.Um Toleranz und Frieden zu schaffen, muß man erst den Mensch als Menschen ansehen. Der einzelne Mensch ist gläubig oder nichtgläubig. Er betet oder betet nicht. Das Wichtigste ist, daß er sich von seinem Egoismus befreit , um tolerant mit seinen Barmherzigkeit mit menschen umzugehen. Yunus Emre (14. Jahrh.) ruft alle Menschen auf,  folgendes zu bedenken:

„Der Mensch sagt mir: Du betest nicht / Ich weiß selbst, zum wem bete ich sollen Ob ich bete oder nicht / Nur Gott weiß, wie ich bete“

 Diese Zeilen von Yunus Emre sagen uns, daß sich zwischen dem Menschen und Gott keine dritte Person stellen soll. Gleichzeitig sagen diese Zeilen, daß kein Mensch dem anderen Leid zufügen darf. Wer einem anderen Menschen Unrecht getan hat, soll sich an den Feiertagen dafür entschuldigen. Er wird dann den Haß in seinem Herzen überwinden.  Die Liebe zwischen den Menschen wird dann lebendig werden, wenn Vergebung erfolgt. Die Menschen unterschiedlicher Hautfarben, Sprachen und Kulturen werden aufeinander zugehen. Sie werden sich gegenseitig einladen und einander umarmen. 

Bei diesem aufeinander Zugehen der verschiedenen Kulturen, Sprachen und Meinungen könnte dieses der Weg zum Paradies sein. Imam Huseyin (Ende 6. Jahrh.) sagte: „Die Festtage und der Sylvester zum Jahreswechsel  sollen zum Anlaß genommen werden, damit die Barmherzigkeit über den Haß siegt.“

Ein unterbewußter Wunsch aller Menschen kommt zu dem Resultat, daß man nur im Frieden zusammenleben kann. Jeder kann sich selbstkritisch im Spiegel betrachten um sich zu fragen, was tue ich eigentlich für die Gesellschaft und für den einzelnen Menschen?  Danach kann er sich an seiner positiven Seite erfreuen und versuchen, sich von dem Negativen zu befreien, um dies für die Zukunft zu beherzigen.

Wie wir gemeinsam das letzte Sylvesterfest gefeiert haben, können wir zukünftig alle Feiertage gemeinsam als Deutsche, Türken, Kurden, Griechen, Spanier usw. feiern, uns gegenseitig als Menschen Toleranz entgegenbringen. Wir können nicht verstehen, warum nur an den Feiertagen Liebe, Toleranz, Barmherzigkeit gezeigt wird und an den anderen Tagen nicht.

Wir wünschen sehr, daß die Zeilen von Yunus Emre im Alltag aller Menschen eine Perspektive sein kann.

„UNSERE GEDANKEN SIND HUMAN

UNSERER FEIND IST DER HASS

 WIR HASSEN NIEMANDEN

FÜR UNS SIND ALLE MENSCHEN GLEICH!

Wir denken auch wie Yunus. Warum sollten in  unserer Gesellschaft nicht alle Menschen 

die gleichen Rechte haben? 

     

 

 

                                                                                               Email: MollaDemirel@gmx.de

                          Artikel

             Über mich     Gedichte     Erzählungen     Artikel                     Bilder        

            Biografim     Şiirler          Öyküler           Makele / deneme    Resim / fotoğraflar

 Deutsch        Türkisch